Prof. Mirko Kovač zählt zu den weltweit führenden Experten für Robotik, bio-inspirierte Drohnen und nachhaltige Zukunftstechnologien.
Als Gründungsdirektor des Competence Centre for Sustainability Robotics und Direktor des Laboratory of Sustainability Robotics an Empa in Zürich und EPFL in Lausanne entwickelt er Robotiklösungen, die Natur, Infrastruktur und Gesellschaft schützen können.
Seine Arbeit verbindet wissenschaftliche Exzellenz mit konkretem Nutzen: Kovač erforscht Drohnen und autonome Systeme, die sich an biologischen Vorbildern orientieren und für Umweltmonitoring, Naturschutz, Infrastrukturinspektion oder Reparaturaufgaben eingesetzt werden. Damit prägt er das neue Feld der Sustainability Robotics.
Als Honorary Professor am Imperial College London, Royal Society Wolfson Fellow und international gefragter Keynote Speaker zeigt Mirko Kovač, wie Robotik und künstliche Intelligenz nachhaltige Innovation ermöglichen. Seine Vorträge sind visionär, verständlich und wissenschaftlich fundiert – für Unternehmen, Forschung, Politik und Gesellschaft.
Mirko Kovač im Interview:
1. Welche Kernthemen enthalten Ihre Vorträge?
In meinen Keynotes geht es darum, wie die Natur uns inspirieren kann, intelligente Maschinen zu bauen – und was das für die reale Welt bedeutet. Mich fasziniert, wie Tiere fliegen, schwimmen und sich an Strukturen festsetzen, und wie diese Weisheit das Design von Robotern leiten kann. Ein grosser Teil meiner Arbeit dreht sich um Drohnen, die sich durch Luft und Wasser bewegen, Sensoren tief in Wäldern platzieren, unsere Ozeane beproben oder auf Strukturen landen, um die Infrastruktur zu bauen und zu reparieren, auf die wir alle angewiesen sind.
Das tiefere Thema aber ist, wie Robotik und KI uns helfen können, unseren Planeten zu verstehen und zu schützen – und wie Organisationen dieses Potenzial in etwas verwandeln, das sie tatsächlich einsetzen. Ich teile gerne nicht nur die Wissenschaft, sondern auch das Gefühl des Möglichen: woher diese Ideen kommen, wie wir sie aus dem Labor ins Feld bringen, und was sie für eine nachhaltigere Zukunft bedeuten.
2. Welches Publikum bzw. welche Branche erreichen Sie mit Ihrer Rede?
Meine Vorträge finden Anklang über ein breites Spektrum hinweg – von Führungskräften auf C-Level und Unternehmern über Akademiker und Studierende bis hin zum allgemeinen Publikum, weil die Fragen, die mich umtreiben, im Kern zutiefst menschliche Fragen über die Zukunft sind, die wir gestalten wollen.
Am stärksten wirkt es aber meiner Erfahrung nach bei Menschen in Führungspositionen, besonders in Branchen rund um Natur und Infrastruktur, die nach echten Gründen für Zuversicht suchen. Sie navigieren durch enormen Druck und grosse Komplexität, und ich möchte ihnen zeigen, dass Technologie, klug eingesetzt, eine Kraft der Hoffnung sein kann und nicht nur der Disruption.
Mein Ziel ist es, dass Entscheidungsträger einen Vortrag inspiriert und zugleich befähigt verlassen, mutigere und lebensfreundlichere Richtungen für ihre Organisationen zu denken.
3. Warum sind Sie ein Premium Speaker und woher nehmen Sie Ihre Kenntnisse?
Ich würde sagen, was ich mitbringe, ist eine Perspektive, die man aus keinem Trendreport bekommt: Erkenntnisse aus jahrelanger, tiefer Beobachtung der Natur und aus dem Bau echter Systeme, die in der realen Welt funktionieren. Die Natur hat über Jahrmillionen Probleme der Effizienz, der Resilienz und der Anpassung gelöst, und wenn man sie genau studiert, wird sie zu einer tiefen Quelle sowohl für ingenieurtechnische Lösungen als auch für kreative Inspiration. Ich versuche, diese Beobachtungen mit dem grösseren Bild zu verbinden – damit, wie eine erstrebenswerte, nachhaltige Zukunft tatsächlich aussehen könnte und wie wir dorthin gelangen. Meine Vorträge handeln also nicht nur von Robotern; sie handeln von einer Denkweise, davon, die lebendige Welt als Partner und Lehrmeister bei der Gestaltung dessen zu begreifen, was als Nächstes kommt.
4. Was bringt die Zukunft? Spielt die «Zeit» in Ihrem Metier eine Rolle? Oder Stetigkeit?
Zeit ist für mich von enormer Bedeutung. Die Zukunft steht nicht fest, sie kann sich in viele verschiedene Richtungen entfalten, und die Entscheidungen, die wir heute treffen, prägen, welche davon wir bekommen. Ich möchte, dass diese Zukunft positiv und lebensförderlich ist, und ich glaube, dass wir eine echte Chance haben, sie gemeinsam zu gestalten.
Genau das ist der Geist der Sustainability Robotics: diese Technologien nicht zu nutzen, um dem Planeten noch mehr zu entnehmen, sondern um ihm zu helfen, zu heilen und zu gedeihen. Wenn ich nach vorne blicke, sehe ich keine Unvermeidlichkeit, auf die wir uns wappnen müssen, sondern eine Leinwand, die wir gestalten dürfen, und ich möchte, dass das Publikum mit dem Gefühl hinausgeht, dass es selbst Einfluss darauf hat, dieses Bild zu malen.
5. Nennen Sie uns Ihr Lebensmotto! Was möchten Sie den Zuhörern unbedingt mit auf den Weg geben?
Ein Gedanke, der mir geblieben ist, aus John Daido Looris The Zen of Creativity, lautet: Echte Einfachheit erarbeitet man sich, indem man durch die Komplexität hindurchgeht, nicht indem man sie vermeidet.
Das kommt dem ziemlich nahe, wie ich zu leben und zu arbeiten versuche: Wenn man zu etwas Elegantem und Einfachem gelangen will, muss man sich zuerst in die Komplexität vertiefen – und genau dort lebt wahre Kreativität. Was ich meinen Zuhörern vor allem mitgeben möchte, ist, dass wir über Disziplinen hinweg innovativ sein können, dass an den Grenzen zwischen den Feldern die spannendsten Ideen verborgen liegen, und dass wir selbst inmitten des täglichen Klein-Kleins von Betrieb und Routine frei, neugierig und inspiriert bleiben können.
Wenn ich Menschen mit etwas mehr Kreativität und etwas mehr Hoffnung zurück an ihre Arbeit schicken kann, dann habe ich meine Aufgabe erfüllt.
