Viktoria Schnaderbeck – Teamkultur schlägt Einzelleistung. Immer.
Viktoria Schnaderbeck: Mit 16 nach München, mit 31 eine Legende – und was das mit Führung zu tun hat.
Sie war sechs Jahre alt, als alle fragten, ob das wirklich ihr Ernst sei. Ein Mädchen, das Profifußballerin werden will.
Heute ist Viktoria Schnaderbeck 34 Jahre alt, zweifache deutsche Meisterin, englische Meisterin mit Arsenal London, neunfache Nationalteamkapitänin Österreichs – und eine der gefragtesten Keynote Speakerinnen im deutschsprachigen Raum. Ihre Geschichte ist keine Erfolgsgeschichte im klassischen Sinne. Sie ist eine Geschichte über Haltung. Über Mut. Und darüber, was passiert, wenn man sich von Vorurteilen nicht aufhalten lässt.
Mit 16 allein nach München – und kein Plan B
Es gibt Menschen, die alles auf eine Karte setzen. Viktoria Schnaderbeck war 16, als sie ihre Heimatstadt Graz verließ und zum FC Bayern München zog – allein, ohne Netz, ohne Fallschirm. Nur mit dem Traum vom Profifußball und einem Kämpferherz, das größer war als alle Zweifel.
Was folgte, waren elf Jahre Bayern München. Zwei deutsche Meisterschaften. Ein DFB-Pokal. Das Viertelfinale der Champions League. Und eine Kapitänsrolle, die sie nicht nur auf dem Platz, sondern auch abseits davon prägte.
Dann der Wechsel zu Arsenal London – und ein weiterer Titel: die englische Meisterschaft. Schnaderbeck spielte in zwei der besten Ligen der Welt, führte internationale und interkulturelle Teams und lernte dabei etwas, das kein Managementseminar lehren kann: wie echte Hochleistung unter echtem Druck entsteht.
Das Sommermärchen 2017 – und was es bedeutete
Sommer 2017, Niederlande. Das österreichische Frauen-Nationalteam steht zum ersten Mal überhaupt bei einer Europameisterschaft. Kapitänin: Viktoria Schnaderbeck.
Was dann geschah, ging in die Geschichte des österreichischen Sports ein. Das Team kämpfte sich ins Halbfinale – als kompletter Außenseiter, mit einem Kollektiv, das mehr war als die Summe seiner Teile. Im Elfmeterschießen gegen Dänemark war Schluss. Aber das Ergebnis war längst zweitrangig.
Viktoria Schnaderbeck beschreibt den Kern dieses Erfolgs so: „Jeder soll abrufbar haben, was man erreichen kann, wenn man groß träumt.“ Genau diese Haltung bringt sie heute auf die Bühne.
Nach der Karriere: Unternehmerin, Beraterin, Vordenkerin
Am 10. August 2022 beendete Viktoria Schnaderbeck ihre aktive Karriere. Und machte direkt weiter – nur auf einem anderen Platz. Sie gründete PRO-SPECTIVE, ihre eigene Beratungs- und Marketingagentur, die Spitzensportlerinnen und -sportler auf das Leben nach dem Sport vorbereitet.
Marken wie Allianz, Milka, Raiffeisen Capital Management und Volkswagen vertrauen ihr als Partnerin. Heute ist sie außerdem ORF-TV-Expertin, Beiratsmitglied im UEFA Football Board sowie im österreichischen Sportministerium – und studierte Wirtschaftspsychologin.
Und sie engagiert sich karitativ in Tansania – weil ihr gesellschaftliche Verantwortung kein Marketingthema ist, sondern Lebenshaltung.
„Finanziell ist mein Leben jetzt besser als im Fußball. Eigentlich absurd, ich habe Champions League gespielt, im Nationalteam und habe die größten Titel gewonnen“, sagt sie – mit einem Schmunzeln, das zeigt: Sie hat die Kurve gekratzt. Strategisch, mutig und ganz auf eigene Weise.
Auf der Bühne: keine Motivationsshow – echte Substanz
Viktoria Schnaderbeck hält keine Vorträge, die nach drei Tagen vergessen sind. Sie stellt die Fragen, die Teams und Führungskräfte wirklich bewegen: Wie entsteht Vertrauen in einem Team? Wie bleibt man leistungsfähig, wenn der Druck am größten ist? Wie geht man mit Rückschlägen um – und kommt gestärkt zurück? Wie setzt man sich als Frau in einem männerdominierten Umfeld durch, ohne sich zu verbiegen?
Eine Führungskraft, die nach einer ihrer Keynotes auf LinkedIn schrieb, fasste es so zusammen: „Sie hat sich bemüht, möglichst viel über unser Unternehmen zu erfahren und ihren Vortrag inhaltlich an unsere Bedürfnisse anzupassen. In der Keynote hat sie viele inspirierende Erlebnisse und Erkenntnisse aus ihrer Zeit als Profi-Fußballerin geteilt, die sich auf das Miteinander in unserem Arbeitsalltag umlegen lassen. Alles in allem ein sehr authentischer Vortrag, für den es von unseren Führungskräften viel Applaus und auch viele lobende Worte gab.“
Für wen ist Viktoria Schnaderbeck die richtige Speakerin?
Ihre Keynotes entfalten ihre Wirkung überall dort, wo Unternehmen verstehen wollen, was Hochleistungsteams wirklich ausmacht – jenseits von Organigrammen und OKRs. Für Führungskräfte, die Resilienz nicht als Buzzword, sondern als gelebte Praxis verstehen wollen. Für Organisationen, die Diversität nicht nur kommunizieren, sondern kulturell verankern möchten. Und für alle, die von jemandem lernen wollen, die Niederlagen, Verletzungen und Vorurteile nicht als Hindernisse erlebt hat – sondern als Schule.
Viktoria Schnaderbeck ist der lebende Beweis: Haltung schlägt Talent. Und Teamkultur schlägt Einzelleistung. Immer.
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