Warum Jonas Geissler das Thema Zeit neu denkt
„Eigentlich bekommt jeder täglich dieselbe Menge an Zeit geschenkt. Warum aber empfinden es die meisten anders?“
Du öffnest morgens den Kalender. Jede Stunde verplant, jede Lücke gefüllt. Meetings reihen sich an Deadlines, Deadlines an To-do-Listen. Der Tag ist voll – und trotzdem entsteht das nagende Gefühl: Ich komme zu nichts, das wirklich zählt.
Genau hier beginnt die Arbeit von Jonas Geissler. Nicht mit einer Zeitmanagement-App. Nicht mit einem neuen Planungssystem. Sondern mit einer unbequemen Frage: Was, wenn nicht Zeitmangel dein Problem ist – sondern dein Verhältnis zur Zeit?
Jonas Geissler, der Sohn eines Zeitforschers – und wie er seinen eigenen Weg fand
Jonas Geissler wuchs mit dem Thema Zeit auf. Sein Vater, Karlheinz A. Geissler, war einer der renommiertesten Zeitforscher Deutschlands. Doch statt den akademischen Weg zu gehen, wählte Jonas Geissler die Praxis. Er studierte Soziologie und Medienmanagement, baute ein Trainingsunternehmen mit auf und gründete timesandmore – Institut für Zeitberatung.
Was ihn antreibt, ist die Lücke zwischen Wissen und Handeln. Denn dass ständige Beschleunigung krank macht, weiß heute fast jeder. Dass Dauerstress Innovation verhindert, auch. Und trotzdem rasen Organisationen weiter – schneller, dichter, erschöpfter. Jonas Geissler stellt sich genau dazwischen. Und fragt: Warum?
Das Buch, das den SPIEGEL aufmischte
2021 erschien „Alles eine Frage der Zeit„ – ein Buch, das Jonas Geissler gemeinsam mit seinem Vater und Astrophysiker Harald Lesch schrieb, und das prompt zum SPIEGEL-Bestseller wurde. Die Kernthese ist so einfach wie provokant: Die „Zeit ist Geld“-Logik kommt Mensch und Natur teuer zu stehen.
Die Süddeutsche Zeitung lobte es als „amüsante Geschichte der Zeit, samt praktischen Auswegen aus dem Hamsterrad“ – ein Urteil, das den Ton des Buches trifft: wissenschaftlich fundiert, aber nie trocken. Tiefgang mit Leichtigkeit.
Sein früheres Buch „Time is Honey – vom klugen Umgang mit der Zeit„ legte dafür das Fundament: ein persönlicheres Plädoyer für einen bewussteren, souveräneren Umgang mit der knappsten Ressource, die wir haben.
Was Jonas Geissler anders macht als andere
Zeitmanagement-Ratgeber gibt es viele. Jonas Geissler ist keiner davon – und das ist sein Alleinstellungsmerkmal.
Er räumt mit dem Mythos auf, dass Zeit einfach besser „gemanagt“ werden kann. Seine Überzeugung: Zeit lässt sich nicht kontrollieren. Aber die Kultur, wie wir mit ihr umgehen, lässt sich gestalten. Und genau das ist der Unterschied zwischen Organisationen, die sich im Hamsterrad drehen – und solchen, die wirklich vorankommen.
Konkret bedeutet das: Fokus statt Hektik. Klare Strukturen statt permanenter Erreichbarkeit. Räume für echtes Denken statt Kalender voller Reflexmeetings. Und – besonders relevant in Zeiten von KI – die Fähigkeit, die durch Automatisierung gewonnene Geschwindigkeit nicht dafür zu nutzen, noch mehr in noch kürzerer Zeit zu erledigen.
„Wer die gewonnene Geschwindigkeit nur nutzt, um noch mehr in noch kürzerer Zeit zu erledigen, verstärkt die bestehenden Probleme“, so Geissler – eine Warnung, die gerade jetzt nicht treffender sein könnte.
Auf der Bühne: humorvoll, fordernd, nachhaltig
Jonas Geissler ist kein Redner, der sein Publikum mit Zahlen erschlägt oder mit abstrakten Thesen allein lässt. Die Chefredakteurin von managerSeminare beschreibt es treffend:
„Jonas hat es dennoch zu berühren gewusst, denn er denkt Zeitmanagement wirklich neu. Seine Gedanken zur viel bemühten Zeitnot bringen einen ins Grübeln, seine Impulse wirken nachhaltig. Ich hatte das Gefühl, dass das Publikum gebannt zugehört hat, nicht zuletzt, weil Jonas ein brillanter Redner ist: kompetent, gelassen und humorvoll.“
Er hat Lehraufträge an der Ludwig-Maximilians-Universität München und der Hochschule München inne, berät namhafte Organisationen aller Branchen – zuletzt begleitete er den CARIAD-Vorstand und über 200 Führungskräfte eineinhalb Jahre lang durch einen komplexen Transformationsprozess – und ist regelmäßiger Gast in Radio und Fernsehen, unter anderem bei 3sat und National Geographic.
Für wen ist Jonas Geissler der richtige Speaker?
Seine Keynotes entfalten ihre Wirkung überall dort, wo Organisationen spüren, dass Tempo allein kein Erfolgsrezept mehr ist. Für Führungskräfte, die merken, dass ihr Kalender sie führt – und nicht umgekehrt. Für Teams, die produktiver wirken wollen, ohne sich dabei zu erschöpfen. Und für Unternehmen, die verstehen wollen, warum Zeitkultur der unterschätzte Hebel für Innovation, Gesundheit und nachhaltigen Erfolg ist.
Jonas Geissler nennt sich selbst Zeitraumgestalter. Was er damit meint: Er schafft in Vorträgen und Workshops Momente, in denen Organisationen auf Dinge blicken, die sonst außerhalb des Fokus liegen. Momente, die nachwirken – lange nachdem der Applaus verklungen ist.
