Handelsexpertin Theresa Schleicher veröffentlicht Wirtschaftsmodell Europas 2040
Krise, Altersarmut, Wirtschaftsflaute? – Wie sieht die erfolgreiche Wirtschaft Europas in 2040 wirklich aus?
Die Zukunftsforscherin und Beirätin im Bundeswirtschaftsministerium Theresa Schleicher hat mit ihrem Expertennetzwerk ein fundiertes und visionäres Zukunftsszenario zur Wirtschaft 2040 entwickelt: ein Zukunfts-Wirtschaftsmodell in sechs Säulen, das Orientierung und gezieltes Vorreiterwissen bieten soll- von einer neu gedachten Einkommensbasis über die Reorganisation von Arbeit bis zu Wirtschafts- Industrien in künftig erfolgreichen Bereichen.

Theresa Schleicher sagt etwas, das gerade niemand hören will:
«Es ist gut, dass die Wirtschaft ins Wanken gerät. Gut, dass Bündnisse instabil werden. Es ist sogar ok, dass Marken und Preise auf die Probe gestellt werden. Das meine ich nicht zynisch oder respektlos, sondern als Anmerkung zu verstehen, dass all das, was gerade auftaucht, uns helfen wird, das kommende Zeitalter erfolgreich zu bestreiten. Und weil es höchste Zeit wird, zwickt es überall. Genau gesehen gibt es keine Omni- oder Multi-Krisen in der Wirtschaft, das Wort absoluter Orientierungslosigkeit. Es gibt eine große Aufgabe, und mehrere Werkzeuge, um sie zu lösen. Da wir die Werkzeuge allerdings nicht richtig nutzen, werden sie selbst zur Neben-Baustelle. Die Aufgabe ist eindringlich: mit weniger Ressourcen (Menschen und Material), genug Ertrag und Produktivität zu erzeugen, um Sicherheit, Wohlstand und Wohlgefühl in Deutschland und Europa 2040 zu halten. Mit dem „Halten“ sind wir in Europa nämlich vorne dran.»
Drei Narrative, die wir über unsere Zukunft verstehen müssen und die mit den gängigen Medienheadlines brechen
1. Wir sind im Vergleich zu anderen Ländern nicht hinterher, sondern in Europa weit vorne.
Europa und Deutschland sind der Testmarkt großer Innovationen, die für alle anderen später kommen. Wir sind die reifste Nation mit dem höchsten Altersdurchschnitt von 49 Jahren in Europa (im Vergleich zu Afrika mit 26 Jahren), mit dem größten Anteil an Menschen in der Mittelschicht und hoher Bildung und wir haben eine größtenteils offene, sozial ausgelegte Gesellschaft. Wir haben andere Themen, als die meisten derzeit – und Innovationsfelder, die 10-20 Jahre später die anderen Länder vor sich haben und Lösungen brauchen.
2. Die Klimakrise ist der Wink mit dem Zaunpfahl, Kreislaufwirtschaft als realistisches Wachstum zu verstehen
Wer in diesem Sommer den Ausverkauf der Klimaanlagen erlebt hat, weiß, wenn es heikel (oder „heiß“) wird und man nicht vorgesorgt hat, dann wird’s teuer – das Prinzip trifft genauso Unternehmer. Gesellschaftlich verschiebt sich längst etwas.
Ressourcenschonung heißt nicht einfach, Recycling Produkte anzubieten oder wiederverwertbare Verpackungen. Es heißt, Verfügbarkeit und Materialströme zu verstehen, um aus diesem Wissen Produkte und vor allem Infrastruktur und Partnerschaften zu bauen. In Europa beansprucht allein der Bausektor etwa die Hälfte der geförderten Rohstoffe. Die neue Wirtschaft beginnt mit einer nüchternen Bestandsaufnahme.
- Welche Materialien liegen in Europa, auch als „urban mine“ in bestehenden Bauten und Produkten?
- Wie verlässlich sind die Lieferquellen?
- Was muss der strategische Einkauf anders entscheiden, um Materialverlust über den gesamten Lebenszyklus zu vermeiden?
Der Komplexitätsforscher Peter Klimek vom Complexity Science Hub in Wien beispielsweise zeigt, wie sich Produktions- und Liefernetze empirisch kartieren lassen, um Ressourcen- und Ressourcenverarbeitungs-Abhängigkeiten, Engpässe und Wertverluste in Europa aufzudecken. Der Befund verdient eine genauere Betrachtung, denn er ist ökonomisch paradox.
Wir nehmen das Beispiel Stahl. Die EU ist der weltweit größte Netto-Exporteur von Stahlschrott. Wichtigster Abnehmer ist die Türkei, gefolgt von Indien, Ägypten und Pakistan. Sie kaufen den europäischen Schrott, schmelzen ihn mit vergleichsweise geringem Energieeinsatz durch Elektrolichtbogenöfen zu neuem Stahl und liefern einen Teil davon als Betonstahl oder Fertigprodukte nach Europa zurück. Der Kontinent gibt den günstigen Rohstoff ab und reimportiert die teurere Wertschöpfung. Dass Europa den Rohstoff dennoch abgibt, hat historische und regulatorische Gründe. Ein Umdenken zeigt nun die Voestalpine im größten „Green Steel“-Projekt Österreichs. Der Konzern ersetzt bis 2027 einen Teil der Hochofenroute durch Elektrolichtbogenöfen, die Schrott mit rund einem Viertel des Energieeinsatzes zu neuem Stahl verarbeiten. Das Programm „greentec steel“ plant, die CO2-Emissionen um 30 Prozent zu senken und zugleich neue Beschäftigungen im Land zu schaffen.
3. Wir setzen KI derzeit weltweit vollkommen falsch ein – und verschenken Billionen
Die Renten- und Alterskrise erzwingt eine Richtung von Künstlicher Intelligenz in Europa: Bis 2035 fehlen allein dem deutschen Arbeitsmarkt rund sieben Millionen Erwerbspersonen – und wir sprechen über die Ersetzung der Menschen.
Den Forschungen des Wirtschaftsnobelpreisträgers Daron Acemoglu zufolge wird KI eine Wertschöpfung von gerade mal 0,66% gelingen, weil wir KI einfach nicht richtig einsetzen. Bislang steckt zu viel in reiner Automatisierung, zu wenig in der Stärkung menschlicher Expertise und neuer Denkmuster. KI muss helfen statt entlassen, dabei entstehen eine Vielzahl von neuen Industrien für Europa, genauso wie 2040 zu 70% Teilzeitjobs und ein Großteil neuer Aufgaben.
Damit ihre Wertschöpfung der Gesellschaft zugutekommt, gehören Wertschöpfungsfonds, der die Erträge von KI breit rückkoppelt, und eine maßvolle Besteuerung dort, wo Maschinen menschliche Arbeit vollständig ersetzen, genauso dazu. Was wir tun in der Debatte um den Arbeitsmarkt der Zukunft, ist über Krankschreibungen und mehr Arbeitsstunden zu sprechen.
Das Wirtschaftsmodell 2040 und wie die Industrien der Zukunft aussehen, werden in den Vorträgen von Theresa Schleicher im Tiefgang präsentiert.
Die Arbeit von Theresa Schleicher stützt sich u.a. auf renommierte Arbeiten von Wirtschaftsökonomen wie Daron Acemoglu, Mariana Mazzucato, Stuart Russell und Mario Draghi.
Theresa Schleicher präsentierte die Ergebnisse bereits in C-Level Runden, Wirtschaftsunternehmen und Vorreitern in Europa u.a. der Schwarz-Gruppe oder der Porsche AG.
Mehr zu Theresa Schleicher und Anfragen für Vorträge zum Wirtschaftsmodell 2040 bei PREMIUM SPEAKERS: +1 (704) 804 1054 oder theresa.schleicher@premium-speakers.com
